Ein Herdset gehört zu den wichtigsten Anschaffungen in einer modernen Küche. Es vereint Kochfeld und Backofen in einem praktischen Paket – perfekt aufeinander abgestimmt in Design, Funktionalität und Technik. Doch bei der Auswahl des passenden Herdsets gibt es viele Aspekte zu beachten: von der Energieeffizienz über die Art des Kochfelds bis hin zu Komfortfunktionen und Einbaumaßen. In diesem Ratgeber erfährst du, worauf du beim Kauf eines Herdsets wirklich achten solltest, damit du lange Freude an deiner Investition hast.

1. Was ist ein Herdset überhaupt?

Ein Herdset besteht in der Regel aus zwei Komponenten:

  • Einbau-Backofen
  • Kochfeld (meist Ceran, Induktion oder Gas)

Beide Geräte sind technisch miteinander verbunden – der Backofen steuert das Kochfeld. Das unterscheidet ein Herdset von sogenannten autarken Kochfeldern und Backöfen, bei denen beide Geräte unabhängig voneinander funktionieren und flexibel platziert werden können.

2. Einbauart und Maße: Passt das Set in deine Küche?

Bevor du dich für ein Modell entscheidest, solltest du genau ausmessen, wie viel Platz in deiner Küche vorhanden ist. Standard-Herdsets haben meist eine Breite von 60 cm, passen also in die meisten Einbauküchen. Achte auch auf die Tiefe und Höhe des Einbauschranks.

Zudem musst du prüfen, ob bereits ein Starkstromanschluss (Drehstrom) vorhanden ist – dieser ist bei vielen Herdsets notwendig, insbesondere bei Elektrokochfeldern.

3. Art des Kochfelds: Ceran, Induktion oder Gas?

Ein zentrales Kriterium bei der Auswahl ist die Art des Kochfelds. Jede Technologie hat ihre Vor- und Nachteile:

Cerankochfeld (Strahlungsbeheizt)

  • Klassisch und weit verbreitet
  • Flache, leicht zu reinigende Oberfläche
  • Etwas träge in der Reaktionszeit
  • Günstiger in der Anschaffung

Induktionskochfeld

  • Sehr schnelle Erhitzung
  • Energieeffizient durch direkte Erwärmung des Kochgeschirrs
  • Sicherheitsvorteile (kühlt sofort ab)
  • Benötigt spezielles Kochgeschirr (magnetisch)

Gaskochfeld

  • Beliebt bei Profi-Köchen
  • Schnelle Temperaturkontrolle
  • Kostengünstiger Betrieb (bei vorhandenem Gasanschluss)
  • Schwieriger zu reinigen, offenes Feuer erfordert Vorsicht

Überlege dir gut, welche Kochweise zu deinem Lebensstil und Kochverhalten passt. Induktion gilt als besonders modern und effizient – ist allerdings auch etwas teurer.

4. Backofentyp und Funktionen

Auch beim Backofen gibt es Unterschiede, die sich auf Bedienkomfort und Energieverbrauch auswirken.

Standardfunktionen

  • Ober-/Unterhitze
  • Umluft oder Heißluft
  • Grillfunktion
  • Auftaumodus

Komfortfunktionen

  • Teleskopauszüge für sicheres Herausziehen der Bleche
  • Touchdisplay oder versenkbare Drehknöpfe
  • Automatikprogramme für Pizza, Brot oder Kuchen
  • Timer und Abschaltautomatik
  • Soft-Close-Tür

Reinigungsfunktionen

  • Pyrolyse: Selbstreinigung durch extreme Hitze (über 450 °C)
  • Hydrolyse: Reinigung mit Wasserdampf
  • EasyClean-Oberflächen: Glatte, schmutzabweisende Materialien

Wenn du viel backst oder regelmäßig Ofengerichte zubereitest, lohnt es sich, in einen Backofen mit höherer Funktionalität zu investieren.

5. Energieeffizienz

Ein wichtiger Aspekt – nicht nur für die Umwelt, sondern auch für deinen Geldbeutel. Achte beim Kauf auf die Energieeffizienzklasse des Backofens. Die Skala reicht derzeit von A+++ (sehr effizient) bis D (weniger effizient).

Ein energieeffizienter Backofen:

  • Spart Strom bei jeder Nutzung
  • Hält die Küche kühler (bessere Isolierung)
  • Hat meist eine schnellere Aufheizzeit

Auch bei Induktionskochfeldern ist der Stromverbrauch deutlich niedriger als bei Ceran-Kochfeldern.

6. Bedienung und Sicherheit

Ein gutes Herdset sollte intuitiv bedienbar und sicher im Gebrauch sein.

Sicherheitsfeatures

  • Kindersicherung: Verhindert unbeabsichtigtes Einschalten
  • Restwärmeanzeige: Warnt vor heißen Kochzonen
  • Überhitzungsschutz
  • Kühle Außenscheibe beim Backofen

Bedienkomfort

  • Große, gut lesbare Anzeigen
  • Versenkbare Drehknöpfe oder Touch-Bedienung
  • Klare Menüführung
  • Innenbeleuchtung für gute Sicht beim Backen

Gerade in Haushalten mit Kindern solltest du auf Sicherheitsaspekte besonders achten.

7. Design und Integration in die Küche

Auch die Optik spielt eine Rolle: Viele Herdsets sind in Edelstahl, Schwarzglas oder Weiß erhältlich. Wähle ein Design, das gut zu deiner restlichen Kücheneinrichtung passt.

Tipp: Ein modernes, schlichtes Herdset wertet die gesamte Küche auf – besonders in offenen Wohnküchen.

8. Preis-Leistungs-Verhältnis

Einsteiger-Herdsets gibt es bereits ab ca. 300 bis 500 Euro, Mittelklassemodelle liegen bei 600 bis 900 Euro, während Premiumgeräte schnell über 1000 Euro kosten können.

Frage dich:

  • Wie oft nutze ich den Herd?
  • Welche Funktionen brauche ich wirklich?
  • Ist mir Langlebigkeit wichtiger als ein niedriger Anschaffungspreis?

Ein höherer Preis bedeutet nicht automatisch bessere Qualität – achte auf Testberichte, Kundenrezensionen und ggf. auf Garantieleistungen des Herstellers.

9. Marken und Garantie

Beliebte und bewährte Marken im Bereich Herdsets sind z. B.:

  • Bosch
  • Siemens
  • AEG
  • Neff
  • Miele (gehobenes Preissegment)
  • Amica oder Gorenje (günstigere Marken)

Achte darauf, dass mindestens 2 Jahre Garantie angeboten werden – manche Hersteller gewähren sogar 5 Jahre oder länger.

10. So findest du dein perfektes Herdset

Ein Herdset ist das Herzstück jeder Küche – funktional, ästhetisch und technisch sollte es genau zu dir und deinem Alltag passen. Schließlich kochst du nicht nur Mahlzeiten, sondern schaffst Erinnerungen – sei es beim gemütlichen Sonntagsfrühstück, beim spontanen Pasta-Abend mit Freunden oder beim aufwendigen Weihnachtsmenü für die Familie. Damit das Kochen nicht zur Frustquelle, sondern zur Freude wird, lohnt es sich, beim Kauf einige zentrale Punkte sorgfältig zu durchdenken.

Stelle dir vorab folgende Fragen:

  • Welche Kochtechnologie passt zu mir? Bist du jemand, der Wert auf Präzision und Geschwindigkeit legt? Dann könnte ein Induktionskochfeld genau das Richtige sein. Liebst du das klassische Kocherlebnis und möchtest flexibel mit verschiedenem Kochgeschirr arbeiten? Dann ist vielleicht ein Ceranfeld oder sogar ein Gaskochfeld besser geeignet.
  • Welche Funktionen soll mein Backofen haben? Wenn du regelmäßig backst, Braten zubereitest oder gern mit verschiedenen Garmethoden experimentierst, sind Zusatzfunktionen wie Pyrolyse, Dampfunterstützung oder Automatikprogramme sinnvoll. Auch eine Soft-Close-Tür oder Teleskopauszüge können den Küchenalltag angenehmer machen.
  • Wie viel Platz steht mir zur Verfügung und welches Design passt zu meiner Küche? Neben der Standardbreite von 60 cm gibt es auch kompaktere oder besonders große Modelle. Überlege dir auch, ob du lieber auf eine moderne Glasfront oder klassisches Edelstahl setzt, damit sich das Gerät harmonisch ins Gesamtbild deiner Küche einfügt.
  • Wie wichtig sind dir Energieeffizienz und Sicherheit? Geräte mit einer hohen Energieeffizienzklasse sparen dir auf Dauer bares Geld. Und wenn Kinder im Haushalt leben, sind Funktionen wie Kindersicherung oder Restwärmeanzeige unerlässlich.

Vergleiche verschiedene Modelle – sowohl online als auch im Fachhandel – lies Kundenbewertungen, achte auf Garantiebedingungen und plane dein Budget realistisch. Ein gut gewähltes Herdset begleitet dich über viele Jahre und macht aus deiner Küche einen Ort, an dem du dich rundum wohlfühlst.